Die Namensgebung von “MASTHOLTE”

Allgemein gilt, der Name Mastholte leite sich ab von der damalig Notwendigkeit der Landbevölkerung, ihr Vieh, vor allen Dingen die Schweine zur „Mast“ in den Wald, also in die „Holte“ zu treiben. Stimmt diese Erklärung mit der Schweinemast nun, ja oder nein?

Die Wirklichkeit ist oft kompliziert und nicht immer wird man ihr mit einem eindeutigen Ja oder Nein gerecht. Auch hier gilt, die Erklärung stimmt und sie stimmt ach nicht. Herr Dr. G. Müller von der Kommission für Mundart- und Namensforschung in Münster geht davon aus, dass der sprachliche Ursprung der „Mast“ in Mastholte nichts, aber auch gar nichts mit der Schweinemast im herkömmlichen Sinne zu tun hat. Für Müller ist der Befund eindeutig: Das Mastholte ist entstanden aus einer lautlichen Zusammenziehung des alte überlieferte Namens „Ostholte“ und der niederdeutschen Präposition „tom“. Dessen Bedeutung „zum“ ist. Aus dem immer wieder gesprochenen „tom Ostholte“ = „zum Ostholz“ wurde auf Dauer „Mostholte“, so wie parallel auch aus „tom Eresburg“ zur Neuzeit hin der bekannte Ortsname „Marsberg“.

Soweit die sprachgeschichtliche Erklärung. Als aber dann ab etwa 1500 die ständig mitgeführte Präposition „to“ oder „tom“ wegfiel blieb auch beim hiesigen Ortsnamen nur das „M“ vor „Ostholte“ bestehen. Und da man sich Generationen später bei dem daraus entstandenen „Mostholte“ nichts Rechtes mehr vorstellen konnte, suchten die Menschen hier offenbar nach einer plausiblen Erklärung für ihren Namen und kamen auf die berühmte Schweinemast. Aus „Mostholte“ wurde „Mastholte“. Und geschrieben in dieser Form taucht der Name dann zuerst in einer Urkunde der Gräfin Anna von Rietberg, geb. Salm Reifferscheidt, im Jahre 1537 zum ersten Mal auf.

Er hat sich erhalten und auf der ganzen Linie bis heute durchgesetzt.

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